Ulmbach

Die vom ASV beangelbare Strecke umfasst den Bachlauf ab der Ortsmitte der Gemeinde Driedorf-Münchhausen bis abwärts zur Brücke (ehemals Gaststätte „Grubchen“ / Outdoor-Center Lahntal) zwischen Greifenstein-Allendorf und Leun-Biskirchen. 

                                       

Der Ulmbach entspringt im Bereich der Landesgrenze von Hessen zu Rheinlandpfalz, etwas unterhalb der Krombachtalsperre (Westerwald) in einer Höhenlage von etwa 530m über N.N., nach 9,3 km erreicht der Ulmbach bei 295m über N.N. die Ulmtalsperre.

Im diesem Bereich kann der Bach als ein typisches Gewässer der Forellenregion bezeichnet werden, das Gefälle beträgt 19,9%. Von der Quelle bis zur Ortslage von Driedorf-Münchhausen befindet sich der Bachlauf noch in weitgehend naturnahem Zustand, er wird von einem naturgemäßem geschlossenen Gehölzsaum begleitet. Dieser Abschnitt wird als „Kinderstube“ der Bachforellen vom ASV Ulmtal e.V. mit strengem Schutz belegt, er wird zu keiner Zeit beangelt.

Inmitten des Driedorfer Ortsteils befindet sich die erste sogenannte „Querverbauung“ unterhalb der Brücke an der Kapelle. Sie dient als Löschwasserrückhalt der Brandbekämpfung, die Stauhöhe beträgt 0,5m und der Rückstau ca. 200m.   

Im nachfolgenden Abschnitt bis zur Ulmtalsperre schlängelt sich der Bachlauf durch einen Wiesengrund unterhalb von Driedorf-Seilhofen, Greifenstein-Rodenberg und der Pfalzmühle, bis er die Ortsgrenze von Greifenstein-Beilstein erreicht.


Im Beilsteiner Ortsteil Haiern wird der Bach durch eine weitere Querverbauung, etwas über 1m hoch, aufgestaut. Dieser Stau dient vornehmlich dem Löschwasserrückhalt, ist aber auch wegen seiner einfachen Zugänglichkeit ein beliebter Angelplatz. Der Stau wird aber zur Winterzeit wegen der drohenden Hochwassergefahr geöffnet.

Der Bach fließt nun weiter mitten durch Haiern hindurch, am Sportplatz vorbei, bis er in der Nähe der Beilsteiner Burganlage wieder durch ein Wehr etwas über 1m hoch aufgestaut wird.

Bachgeräusche

Cookies nicht akzeptiert.


Er fließt durch den alten Ortskern hindurch, eng gesäumt durch Bebauung die direkt bis ans Bachufer grenzt, bis er wieder durch zwei dicht aufeinanderfolgende Wehre „durchschnitten“ wird.

Nun verlässt der Bachlauf den Ortsbereich von Beilstein und fließt etwa 1km durch einen Wiesengrund, auf der rechten Seite immer dicht an die aufsteigenden Hänge des Tales angelegt, bis er die Gemarkung des Ortsteiles Wallendorf erreicht.

Einige hundert Meter unterhalb von Wallendorf wird der Bachlauf wiederum von einer Querverbauung, dem Wallendorfer Wehr „unterbrochen“.

Bis zum Erreichen der Talsperre „meandert“ der Bach nun durch ein etwa 300m langes Teilstück. Hier wird das Gewässer links und rechts durch eine z.T. „urwaldähnliche“ Baumlandschaft gesäumt.


„Bedingt naturnah“ stellt sich der Ulmbach unterhalb der Ulmtalsperre dar. In den ersten hundert Metern nach dem Auslauf aus der Talsperre zwängt sich der Bach durch eine von Beton und Basaltsteinen befestigte enge Rinne. Dieser Abschnitt muss in Zeiten von Hochwasserständen eine große Menge Wasser, dass mit hohem Druck aus den Ablaufrohren schießt, aushalten.

Danach kann sich der Bach in Richtung Holzhausen noch einmal "etwas breit machen".

Am waldseitigen Steilufer, unweit der Dorfgrenze, trifft der Bachlauf auf "Müllersch Wehr". Hier wurde für den Betrieb des Mühlrades der Holzhäuser Mühle ein "Mühlgraben" abgezweigt. Mühle und Graben sind schon seit vielen Jahren nicht mehr in Betrieb.


In den Ortslagen von Holzhausen, Ulm und Allendorf bestehen allerdings größere siedlungsbedingte Eingriffe, so z.B. Uferbefestigungen durch Mauerwerk bzw. Betoneinfassungen. Im Bild hinten links ein Blick auf die Holzhäuser Mühle, im Vordergrund das sogenannte "Typhus-Brückelchen". Wenige Meter unterhalb der Brücke befindet sich ein Wehr.

Im weiteren Verlauf wird das tief liegende Bachbett von hohen Mauern begrenzt. Im Sinne des Hochwasserschutzes soll das Wasser schnell und sicher aus dem bebauten Bereich abwärts fließen.

Im Bereich von Ulm sind die Uferzonen relativ niedrig ausgestaltet. Aber auch hier ist das Bachbett mit den "Wassersteinen" aus Basalt ausgekleidet und somit befestigt.


In Allendorf fließt der Ulmbach nicht "mitten durchs Dorf", sondern hat lediglich auf der linken Bachseite etwas Kontakt zur bebauten Fläche. Da nun das Gefälle nicht mehr so groß ist, hat sich die Fließgeschwindigkeit sichtlich verringert.

Trotz allem ist derzeit die Wasserqualität insgesamt als gut (Güteklasse II – mäßig belastet) zu bezeichnen, dies belegt u.a. auch der gute Bestand an Krebsen und Bachforellen.

Auch die nun schon seit über 20 Jahren vom ASV regelmäßig durchgeführten Hege- und Pflegemaßnahmen haben sich äußert positiv auf den Zustand des Gewässers ausgewirkt.

Von den ASV-Gewässerwarten werden regelmäßig Wasserproben an festgelegten Entnahmestellen gezogen und untersucht.  

Unterhalb von Greifenstein-Allendorf wurde in 2014 / 2015 ein längerer Abschnitt im Rahmen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien (WRRL) erfolgreich renaturiert.

Im regenarmen Perioden ist der Wasserstand im etwas breiter werdenden Bachbett oft sehr niedrig. Das zeigt sich dann auch am geringeren Sauerstoffgehalt und am stärkeren Algenwuchs. Da auch die Lebewesen im Wasser sich einschränken müssen, ist der "Überlebens-Stress" für alle Kreaturen sehr hoch. In diesen Zeiten verzichten die Angler auf das Angeln im Ulmbach.          


In seiner letzten „Etappe“ erreicht der Ulmbach nach ca. 3 km (gerechnet ab der „ASV-Grenze“) den Leuner Stadtteil Biskirchen. Hier endet seine „Reise“! Das sonst eher enge Ulmtal öffnet sich nun weit und gibt den Blick in die Flußauen der Lahn frei. Der kleine „muntere“ Ulmbach mündet nun in die große „träge“ dahinfließende Lahn.